CDA-Politiker kritisieren Lücken in der Stecke

Aus Anlass der 100-tägigen Verkehrsfreigabe des Hochmoselüberganges am 29.02.2020 kritisieren Politiker der CDU-Arbeitnehmerorganisation CDA die fehlende Einbeziehung des Hochmoselüberganges in die Fernverkehrsinfrastruktur.

„Der Fernverkehr von Rheinböllen nach Trier ist am Kreisel beim Archäologiepark Belginum weiterhin über Morbach und Thalfang ausgeschildert, obwohl die Strecke jedenfalls für PKW über die Hochmoselbrücke rund 10 Minuten schneller ist,“ bemängelt der Trierer CDA-Bezirksvorsitzende Nils Petri. Auch in umgekehrter Richtung sei die Verbindung nach Mainz weiterhin auf dieser alten Route ausgeschildert.

Unter diesen Umständen sei es nicht verwunderlich, dass der SWR in seiner Verkehrszählung für die Sendung „Zur Sache Rheinland-Pfalz“ auf der Brücke eine niedrigere Fahrzeuganzahl ermittelt hat, als nach der Verkehrsprognose der Landesregierung zu erwarten gewesen wäre. Es scheine, als ob der Hochmoselübergang künstlich zum Misserfolg gemacht werden solle, so Petri weiter.

Dabei sei die Verbindung zwischen der Eifel und dem Rhein-Main-Gebiet eine wesentliche Verbesserung für die ganze Gegend, die auch dazu führen werde, dass in dieser strukturschwachen Region neue Arbeitsplätze entstehen. Petri verweist unter anderem auf das gut angenommene neue Gewerbegebiet in Wittlich, das ohne den Hochmoselübergang gar nicht denkbar gewesen wäre.

Die CDA-Infrastruktursprecherin Gabriele Müller sieht noch einen weiteren Grund dafür, dass die Brücke noch nicht so angenommen wird, wie es ursprünglich prognostiziert war.

„Für den Fernverkehr von Lüttich ins Rhein-Main-Gebiet fehlen noch zwei Lückeschlüsse: Die Fertigstellung der A 60 bei Winterspelt und der Ausbau der Strecke zwischen Longkamp und dem Hahn.“ Insbesondere im Abschnitt zwischen Longkamp und dem Belginum-Kreisel werde aktuell eine frühere Landesstraße benutzt. Der Straßenquerschnitt einer Landesstraße hat eine Kapazität von lediglich 15.000 Fahrzeugen pro Tag, darunter maximal 300 LKW. Wenn der SWR heute schon über 16.000 Fahrzeuge pro Tag, davon 1.400 LKW, auf der Brücke schätzt, zeigt das, dass dieses Streckenstück seine Belastungsgrenze bereits überschritten hat. Das Gleiche gilt für den Kreisel selbst, dessen Kapazität bei 25.000 Fahrzeugen aus allen Richtungen endet. „Ein weiterer Ausbau dieses Abschnitts ist kurzfristig erforderlich“, so Müller weiter.

Perspektivisch funktioniere der Lückenschluss im Fernverkehr nur, wenn die ganze Strecke zwischen Longkamp und dem Hahn vierspurig wird. Die Strecke zwischen Lüttich und dem Rhein-Main-Gebiet über den Hochmoselübergang sei rund 20 Kilometer kürzer als über die A 61 und vermeidet zudem den stauanfälligen Großraum Köln. Die Tatsache, dass Speditionen heute dennoch weiterhin der A 61 den Vorzug geben, zeigt, dass sie der Kapazität der Hochmoselstrecke wegen der beiden Engstellen nicht trauen.

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