Zu kurz gesprungen sei das Konzept des rheinland-pfälzischen Finanzministeriums zur Förderung des Wohnungsbaus in den Umlandgemeinden der Ballungsräume

Zu kurz gesprungen sei das Konzept des rheinland-pfälzischen Finanzministeriums zur Förderung des Wohnungsbaus in den Umlandgemeinden der Ballungsräume, meinen die CDU-Arbeitnehmer (CDA). Die Landesregierung vergesse dabei, dass die Menschen, die im Umland wohnen auch ihre Arbeitsplätze in den Städten erreichen müssen.

Grundsätzlich sei der Ansatz, mehr Bauland auszuweisen, um die Wohnungsknappheit in den Ballungsräumen zu mindern, richtig, so die CDA weiter. Doch Wohnungsbau an den Siedlungsrändern erzeugt neue Pendlerströme, die von Beginn an mit bedacht werden müssen. „Es darf sich nicht der Fehler immer und immer wiederholen, dass zunächst die Wohnungen gebaut werden und die Verkehrsinfrastruktur erst im Anschluss errichtet wird“, fordert die CDA-Infrastruktursprecherin Gabriele Müller. Die Planung müsse vielmehr in umgekehrter Reihenfolge erfolgen, sonst ist der Stau auf den Zufahrtsstraßen in die Städte vorprogrammiert.

Müller nennt beispielhaft zwei Planungen aus der Landeshauptstadt:

• In der Stadt würden aktuell im Heiligkreuzareal Wohnungen für rund 4000 Menschen gebaut. Doch während die ersten Bewohner einziehen, wird immer noch diskutiert, ob man eine Straßenbahnverbindung für das Neubaugebiet realisieren kann.

• Im Süden der Stadt werden in den Umlandgemeinden seit Jahren neue Wohngebiete ausgewiesen. Doch seit 20 Jahren verläuft die Diskussion über den Ausbau der Rheinhessenstraße und/oder den Bau einer parallelen ÖPNV-Trasse ohne Ergebnis. Stattdessen baut sich der Auto-Stau auf der Zufahrt in die Stadt immer weiter auf.

„Wohnen im Umland braucht attraktiven Nahverkehr, gut ausgebaute Radschnellwege, ausreichende Straßenquerschnitte und ein ausgeklügeltes P+R-System, damit die Arbeitnehmer zu ihren Arbeitsplätzen kommen, ohne dass die Innenstädte im Autoverkehr ersticken“, so Müller weiter.

„Verkehrswende und Wohnungsbau bedingen einander. Wer beide Probleme lösen will, darf diese Planungen nicht isoliert voneinander vorantreiben.“

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