Dies ist eine gestalterische Herausforderung für Sozialpartner, Politik und unsere gesamte Gesellschaft


Diese Aussage machte der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU im Deutschen Bundestag, Uwe Schummer (MdB), auf einer Veranstaltung im November in Neuwied. Auf Einladung der Christdemokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) des Bezirks Koblenz-Montabaur diskutierten er, Erwin Rüddel (MdB) und David Wollweber vom Landesvorstand mit Betroffenen und politisch Interessierten über die Zukunft des Arbeitsmarktes.

Drei Faktoren mit gewaltiger Dynamik treiben den Wandel voran: die demografische Entwicklung, die Globalisierung und die Digitalisierung. Ein gelernter Schriftsetzer muss heute Journalist, Fotograf und Layouter in einer Person sein, am besten 24 Stunden verfügbar, schnell und automatisiert arbeitend. Die zunehmende Schnelllebigkeit verursacht Unsicherheit, Ängste und eine rapide wachsende Zunahme psychischer Erkrankungen: 44% der Frühverrentungen sind auf psychische Krankheitsbilder zurückzuführen. Betreute Werkstätten – früher für Schwerstbehinderte eingerichtet – beschäftigen heute viele Menschen, die mit dem schnellen Wandel in der Arbeitswelt nicht Schritt halten können.

Erwin Rüddel wies auf die schwierige vielschichtige Situation im Pflegebereich, auf fehlendes Personal, unterschiedliche Bezahlung zwischen Krankenhaus- und Alterspflege und immer noch erhobene Ausbildungskosten in einigen Bereichen hin. Aber auch die Ausübung ehrenamtlicher Tätigkeiten, z.B. bei der Feuerwehr, müsse gewährleistet bleiben. „Job und Ehrenamt gehören zusammen“, so führte er aus.

David Wollweber betont den Zusammenhang zwischen nationaler und europäischer Arbeitsmarktpolitik. Im Rahmen der Globalisierung seien europäische Gesetzgebung und Strukturen wichtige Errungenschaften. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort sei eins der Ziele.

Die Experten und Teilnehmer diskutierten angeregt Handlungsempfehlungen für die Politik, z.B. dass der Wandel durch eine starke Sozialpartnerschaft und gute Tarifvereinbarungen begleitet werden muss, dass die Mitbestimmungsgesetzgebung der digitalen Welt angepasst, eine qualitätsvolle Aus- und Weiterbildung angeboten und befristete Arbeitsverträge abgeschafft werden müssen.
Die Kreisvorsitzende Roswitha Gottbehüt dankte den Teilnehmern und wünscht sich, dass bei allen Entscheidungen die politische Stabilität und der soziale Friede oberste Priorität haben müssen.

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