Die Corona-Krise zeigt zugleich die bestehenden Mängel in der Digitalisierung auf wie auch ihre Chancen

„Die Corona-Krise zeigt zugleich die bestehenden Mängel in der Digitalisierung auf wie auch ihre Chancen“, sagte die CDA-Landesvorsitzende Jessica Weller MdL anlässlich der gestrigen CDA-Landesvorstandssitzung. „Jetzt ist es umso dringender geboten, das Land für die Digitale Zukunft gut aufzustellen.“

Weller kritisierte in diesem Zusammenhang den mangelhaften Digitalausbau im Lande. Dies beginne bei der unzureichenden Ausstattung mit schnellen Internetleitungen. Während Bayern in den letzten fünf Jahren pro Einwohner rund 80 EUR in den Ausbau der Netze investiert habe, verharre Rheinland-Pfalz bei nicht einmal der Hälfte. „Wenn die Landtagsmehrheit nicht genug Geld für zukunftsweisende Technik bereitstellt, wird das Land nach der Krise den Anschluss verlieren“, meint Weller.

Die Digitalisierung könne nur dann die nötigen Kräfte freisetzen, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen sind. Der digitale Innovationsschubes biete so viele Chancen. Weller zählt dazu auf: Die Verringerung der Pendlerströme, eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Effizienzsteigerung in der Telemedizin und eine Ausweitung des lebenslangen Lernens durch e-Learning. All diese Chancen vergebe das Land, wenn es die erforderliche Infrastruktur nicht bereitstellt.

Weller forderte auch die Landesregierung auf, die Möglichkeiten, die das Konjunkturpaket des Bundes bieten werden, konsequent zu nutzen. Insbesondere bei der digitalen Ausstattung der Schulen müsse das Land die Kommunen unterstützen und die Bundesmittel entsprechend aufstocken. „Die Krise hat gezeigt, dass hier in weiten Teilen des Landes noch ein erheblicher Handlungsbedarf besteht“, ergänzt die Infrastruktursprecherin des CDA-Landesvorstandes Gabriele Müller (Mainz). Die Leuchtturmprojekte einzelner Schulen dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Mehrheit der Schulen im Lande nicht darauf vorbereitet war, digitalen Unterricht fürs Homeschooling zu erteilen. „Damit das erfolgreich umgesetzt werden kann, fehlen im Land nicht nur die technische Ausstattung, sondern auch die entsprechenden Lehrmittel.“ Müller empfiehlt dazu den Blick zu den französischen Nachbarn, die schon lange digitale Lehrmittel für den Unterricht zu Hause bereithielten, auf die in der Krise unproblematisch zurückgegriffen werden konnte. „Es darf nicht sein, dass das Land die Verantwortung für den digitalen Unterricht auf die einzelnen Lehrkräfte abschiebt“, meint Weller.

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