Es darf keinen Handel mit der Menschenwürde geben

Das rheinland-pfälzische Kabinett beschloss am 29.9.2020, ab dem 1.10.2020 die Bordelle in RLP wieder zu öffnen. Der Betrieb von Prostitutionsstätten unter allgemeinen Schutzmaßnahmen ist also wieder zulässig.

Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) in RLP verurteilt dies auf das Schärfste. Sie setzt sich dafür ein, dass die immer jünger werdenden Frauen – und auch zunehmend Männer – aus diesem Milieu herauskommen und einer regulären Arbeit nachgehen können. Die stellvertretende Landesvorsitzende, Roswitha Gottbehüt, fordert, dass die mit der Prostitution häufig einhergehende Kriminalität, sexuelle Gewalt und Ausbeutung gestoppt werden muss. Die aktuelle Gesetzeslage in Deutschland fördert zunehmend Menschenhandel und Geldwäsche. Viele Prostituierte sind von Missbrauch und Gewalt betroffen und flüchten sich in die Sucht nach Alkohol und Drogen. „Wir sind dagegen, dass Prostitution als Beruf anerkannt ist, denn es bedeutet für viele der Frauen pure Ausbeutung. Es darf keinen Handel mit der Menschenwürde geben. Ein Mensch kann nicht zum Verkauf stehen,“ so Gottbehüt.

Das Wiederöffnen der Bordelle bedeutet angesichts steigender Corona-Zahlen nicht nur eine erneute zusätzliche Infektionsschleuder, sondern auch die Ignoranz der dargelegten Realitäten. „Wie kann eine Landesregierung dies alles unterstützen? Als CDA RLP fordern wir die Zurücknahme dieser Entscheidung“, so die Landesvorsitzende Jessica Weller. „Wir setzen wir uns dafür ein, dass die derzeitige Gesetzeslage geändert wird und dass das sogenannte Nordische Modell, welches in vielen europäischen Ländern und auch vom Europäischen Parlament beschlossen wurde, auch bei uns die gesetzliche Grundlage ist. Es entkriminalisiert die Prostituierten und bestraft den Käufer. Es bietet außerdem konkrete Hilfen für den Ausstieg in ein reguläres Arbeitsverhältnis mit sozialer Absicherung.“

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