Der Pflegenotstand breitete sich aufgrund der Vernachlässigung dieser Berufsgruppe über Jahrzehnte immer mehr aus

Kurz vor Ostern verkündete die katholische Hochschule in Vallendar das Aus für ihre pflegewissenschaftliche Fakultät, vor allem aus finanziellen Gründen. Bekannt war die Fakultät für die Lehrerausbildung: Bisher kooperierte die PTHV mit der Universität Koblenz im Studiengang Lehramt Pflege an berufsbildenden Schulen. Die zentralen Studieninhalte Pflegewissenschaft und Fachdidaktik Pflege wurden in Vallendar angeboten, weitere Fächer in Koblenz. Derzeit studieren noch ca. 90 angehende Lehrer an der PTHV, deren Studienplätze nun bis auf Weiteres ersatzlos wegfallen.

„Insbesondere in der aktuellen Zeit einer globalen Pandemie merkt die Gesellschaft, wie wichtig die Pflege ist. Der Pflegenotstand breitete sich aufgrund der Vernachlässigung dieser Berufsgruppe über Jahrzehnte immer mehr aus. Berechtigterweise fühlte sich die Berufsgruppe gegenüber anderen Branchen vernachlässigt. Die nun angekündigte Schließung der pflegewissenschaftliche Fakultät an der PTHV ist daher ein weiterer Schlag ins Gesicht für die Ausbildung junger Pflegekräfte und ihre Zukunftsperspektiven. Es bedarf weiterhin einer qualitativ hochwertigen Pflegeausbildung, auch auf akademischem Wege, um dem Pflegenotstand auf lange Sicht entgegenzutreten.“, so Christian Hirschmann, der gesundheitspolitische Sprecher der CDA Rheinland-Pfalz. Die CDA möchte nun den Kontakt zu politischen Entscheidungsträgern suchen, um eine größere Bezuschussung der Fakultät mit Landesmitteln zu besprechen, so kann die Hochschule in freier Trägerschaft vielleicht doch vom Erhalt der Fakultät überzeugt werden. Auch den Dialog mit der Hochschule selbst will die CDA in den kommenden Wochen aufnehmen.

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