Der Landesvorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Adolf Kessel MdL, wundert sich über den Ablauf der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst:

"Wir leben in Deutschland in einer sozialen Marktwirtschaft. Deren Bestandteil sind Tarifverhandlungen zwischen der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerseite auf Augenhöhe, um die beiderseitigen Interessen anzugleichen.“ Doch der Verband der Kommunalen Arbeitgeber habe es in zwei aufeinanderfolgenden Verhandlungstagen versäumt, seine Interessen in Form eines durchdachten Zahlenwerk in die Verhandlungen einzubringen. „Da war es abzusehen, dass vor Beginn des dritten Verhandlungstages die Gewerkschaften zum Streik aufrufen mussten, um Bewegung in die Verhandlungen zu bringen.“

Die CDA steht für die Interessen aller Arbeitnehmer ein. Die nun laufenden Streiks treffen alle Arbeitnehmer: sowohl die Streikenden (Erzieher, Straßenbahnfahrer etc.) und die vom Streik Betroffenen (Eltern von Kita-Kinder, Bahnfahrer etc.). Man stelle sich auch die Konstellation vor: Eine gewerkschaftlich organisierte und für verbesserte Arbeitsbedingungen streikende Busfahrerin und Mutter kann das eigene Kind nicht zur Kita bringen, da dieser auch bestreikt wird.

Dieser Tarifstreit wird auf dem Rücken aller Arbeitnehmer ausgetragen. Verursacht und beschleunigt wird er durch die bisherige Behäbigkeit der Arbeitgeberseite, meint der CDA-Landesvorsitzende. Es wäre wünschenswert und verantwortungsvoll, wenn der kommunale Arbeitgeberverband am nächsten Verhandlungstag mit einem Angebot aufwarten könnte, zum Wohle aller Arbeitnehmer.

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